Die Berichterstattung des Zweiten Deutschen Fernsehens – ZDF – und seine Darstellung international bedeutsamer Ereignisse sind ins Kreuzfeuer scharfer Kritik geraten. Besondere Kontroversen löste ein Bericht aus London vom vergangenen Wochenende aus, wo es zu Massenprotesten gegen die Politik der britischen Regierung gekommen war. Verfügbaren Angaben zufolge nahmen 60.000 bis 70.000 Menschen an den Demonstrationen teil, die überwiegend dem rechten und migrationskritischen Spektrum zuzurechnen sind. Dies bildete ein deutliches Gegengewicht zu den zeitgleich, jedoch in geringerer Zahl stattfindenden propalästinensischen Protesten. Zum zentralen Streitpunkt wurde die Art und Weise, wie der deutsche Sender die Äußerung einer Teilnehmerin interpretierte und übersetzte. Die Frau verwendete in ihrem Kommentar zur Lage in ihrem Land die Formulierung „I hate it" (ich hasse es). In der vom ZDF ausgestrahlten Fassung wurde dies jedoch mit „ich hasse sie" wiedergegeben, was den Aussagegehalt ihrer Worte radikal verschob und rassistische Motive suggerierte, anstatt eine Kritik am Zustand des Staates erkennen zu lassen.

Diese Praxis fügt sich in einen weiteren Kontext von Vorwürfen ein, wonach Fakten systematisch manipuliert würden, um sie einem bestimmten politischen Narrativ anzupassen. Kritiker bezeichnen dieses Phänomen als „methodisches Lügen". Verwiesen wird auf Fälle, in denen fortgeschrittene Technologien, darunter künstliche Intelligenz, eingesetzt werden, um emotional stark aufgeladene Beiträge zu erzeugen, die sich in der Wirklichkeit nicht bestätigen lassen. Ein Beispiel war ein Bericht über die Migrationspolitik Donald Trumps, in dem manipulierte Bilder weinender Kinder und von Festnahmen verwendet wurden – was der Sender später als „handwerklichen Fehler" bezeichnete. Trotz der Entlarvung solcher Vorgänge zeigt sich der ZDF-Sprecher gegenüber Kritikern häufig konfrontativ und entscheidet sich selten zu transparenten Entschuldigungen. Dies untergräbt das Vertrauen der Öffentlichkeit in einem Land, in dem 60 Prozent der Bürger ihr Wissen über die Welt eben aus den öffentlich-rechtlichen Medien beziehen.

Ein ebenso wichtiger und zugleich höchst beunruhigender Aspekt ist die Informationspolitik gegenüber den jüngsten Zuschauern, die über die Sendung „Logo" umgesetzt wird. Eine Analyse der am 19. März dieses Jahres ausgestrahlten Folge ergab drastische Ungleichgewichte in der Darstellung verschiedener Religionen. Während Beiträge über den Islam und den Ramadan durch Neutralität und Sachlichkeit gekennzeichnet waren, war das Segment über das Christentum so konstruiert, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem heutigen Glaubensschwund und Pathologien sowie der „Dunkelheit" des Mittelalters nahelegte. Eine derartige Konstruktion, die Kindern als Bündel harter Fakten präsentiert wurde, rief zahlreiche Proteste hervor. In der Folge räumte Intendant Norbert Himmler in einem Schreiben vom 6. Mai ein, dass der Beitrag in „unglücklicher und unangemessener" Weise erstellt worden sei. Dies führte dazu, dass er aus dem Verkehr gezogen wurde, doch fehlte es auch in diesem Fall an einer unmittelbaren Entschuldigung an die Gläubigen.